E-Invoicing-Initiative der VAE: Eine neue Ära für Mehrwertsteuer-Compliance und Effizienz

Dieser Artikel wurde zuletzt am 11. Mai 2026 aktualisiert, um den Ministerialbeschluss Nr. 56 von 2026 zu berücksichtigen, der die Frist zur Benennung eines ASP für große Unternehmen bis zum 30. Oktober 2026 verlängert und die Akkreditierungskriterien ändert.
Diese entscheidenden Schritte folgen den bahnbrechenden Fortschritten bei der elektronischen Rechnungsstellung, die in den letzten Jahren in Saudi-Arabien erzielt wurden. Mit der kürzlichen Veröffentlichung der Bundesdekrete Nr. 16 und Nr. 17 von 2024 legen die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) den Grundstein für ein E-Invoicing-System, das darauf abzielt, die Mehrwertsteuer-Compliance zu rationalisieren, die Transparenz zu erhöhen und die Effizienz bei der Steuererhebung zu maximieren. Hier ist ein Überblick darüber, wie diese Initiativen die Landschaft der indirekten Steuern in den VAE prägen.
Entwicklung der Mehrwertsteuer in den VAE
Seit der Einführung der Mehrwertsteuer im Jahr 2018 haben die VAE aktiv am Aufbau eines robusten Besteuerungsrahmens gearbeitet, der wirtschaftliches Wachstum mit Steuereinnahmen in Einklang bringt. Diese neuen Änderungen verstärken den Fokus des Landes auf digitale Innovationen und positionieren die VAE als Vorreiter in der Region. Das kommende E-Invoicing-System stellt eine Fortsetzung dieses Weges dar, indem es fortschrittliche Technologie nutzt, um die Compliance zu verbessern, Steuerlücken zu schließen und den Verwaltungsaufwand für Unternehmen und die Regierung zu verringern.
Wichtige Änderungen: Die Weichen für E-Invoicing stellen
Das Bundesdekret Nr. 17 von 2024, das sich auf Steuerverfahren konzentriert, führt eine formale Definition des „E-Invoicing-Systems“ ein – eine elektronische Plattform für das Ausstellen, Senden, Austauschen und Teilen von Mehrwertsteuerrechnungen und Gutschriften gemäß der Steuergesetzgebung der VAE – und ermächtigt das Finanzministerium (MoF), dieses System durch die erforderlichen regulatorischen Aktualisierungen zu implementieren. Das Bundesdekret Nr. 16 von 2024 ändert die spezifische Mehrwertsteuergesetzgebung, um elektronische Formate für Steuerrechnungen und Gutschriften einzubeziehen, und schafft so den rechtlichen Rahmen für die Nutzung von E-Rechnungen.
Das E-Invoicing-Modell der VAE: Dezentralisierte kontinuierliche Transaktionskontrolle und Austausch (DCTCE)
Die VAE haben sich für ein dezentrales Fünf-Ecken-Modell entschieden, das als Decentralised Continuous Transaction Control and Exchange (DCTCE) System (Dezentrales System zur kontinuierlichen Transaktionskontrolle und zum Austausch) bekannt ist und das OpenPeppol-Netzwerk für die Interoperabilität nutzt. Dieses Modell ermöglicht es Lieferanten und Käufern, Rechnungen über akkreditierte Dienstleister (Accredited Service Providers, ASPs) auszutauschen, welche die Rechnungsdaten validieren und standardisieren. Die ASPs teilen die Daten dann mit der Bundessteuerbehörde (Federal Tax Authority, FTA), um Compliance und Genauigkeit zu gewährleisten. Durch die Dezentralisierung des Prozesses ermöglicht das Modell effiziente und sichere Transaktionsaufzeichnungen, während es der FTA Echtzeit-Zugriff auf Rechnungsdaten für eine bessere Aufsicht und reduzierte Steuerhinterziehung bietet.
ASP-Eignungskriterien
Um ein akkreditierter Dienstleister im Rahmen des E-Invoicing-Systems der VAE zu werden, muss ein Anbieter die vom Finanzministerium festgelegten technischen und regulatorischen Eignungskriterien erfüllen. In der Praxis bedeutet dies, dass der Anbieter ein aktiver Peppol-zertifizierter Dienstleister sein muss, der die erforderlichen Konformitätstests erfolgreich abgeschlossen hat und mindestens zwei Jahre Erfahrung im Betrieb eines elektronischen Rechnungssystems nachweisen kann. Das Finanzministerium verlangt außerdem, dass die Anbieter ihre Unternehmens- und Steuerregistrierungspflichten erfüllen, über die erforderlichen Versicherungen verfügen und die Anforderungen an die Informationssicherheit in Bezug auf ihr E-Invoicing-Produkt einhalten.
Zeitplan für die Umsetzung und künftige Schritte
Die Einführung von E-Invoicing in den VAE erfolgt nach einem schrittweisen Zeitplan:
Q4 2024: Entwicklung der ASP-Akkreditierung und des UAE Data Dictionary.
Q2 2025: Spezifische gesetzliche Aktualisierungen für E-Invoicing.
Juli 2026: Pilotphase/freiwillige Einführungsphase: Arbeitsgruppe für Steuerzahler & freiwillige Anwender.
Januar 2027: Phase 1: Obligatorische Einführung von E-Invoicing für große Unternehmen mit einem Jahresumsatz ≥ 50 Mio. AED (Frist zur Ernennung eines ASP: 30. Oktober 2026 – verlängert von der ursprünglich angekündigten Frist am 31. Juli 2026).
Juli 2027: Phase 2: Obligatorisches E-Invoicing für kleinere Unternehmen mit einem Jahresumsatz < 50 Mio. AED (Frist zur Ernennung eines ASP: 31. März 2027).
Oktober 2027: Phase 3: Obligatorische Einführung von E-Invoicing für staatliche Stellen (B2G) (Frist zur Ernennung eines ASP: 31. März 2027).
Diese Schritte unterstreichen das Engagement der VAE für eine schrittweise, strukturierte Umsetzung, um sicherzustellen, dass sich Unternehmen an das neue System anpassen können.
Neuer Kabinettsbeschluss führt Strafen bei Nichteinhaltung ein
Um das Engagement der Regierung für die Einführung von E-Invoicing weiter zu unterstreichen, haben die VAE im November 2025 offiziell den Kabinettsbeschluss Nr. 106 von 2025 veröffentlicht, der Verstöße und Verwaltungsstrafen im Zusammenhang mit dem E-Invoicing-System festlegt. Dieser entscheidende Schritt signalisiert, dass der Zeitplan feststeht, und betont die dringende Notwendigkeit für alle Organisationen, der rechtzeitigen Bereitschaft, der ordnungsgemäßen Systemintegration sowie dem Onboarding eines ASP Priorität einzuräumen.
Wichtige Strafen, derer sich Unternehmen bewusst sein müssen, umfassen:
5.000 AED pro Monat bei Versäumnis, das elektronische Rechnungssystem einzuführen und einen ASP zu ernennen.
100 AED pro Dokument (begrenzt auf 5.000 AED pro Monat) bei Versäumnis, E-Rechnungen oder E-Gutschriften über das vorgeschriebene System auszustellen und zu übermitteln.
1.000 AED pro Tag sowohl für Aussteller als auch für Empfänger bei Versäumnis, die Bundessteuerbehörde (FTA) über einen Systemausfall zu informieren.
1.000 AED pro Tag bei Versäumnis, den ASP über Änderungen an den registrierten Daten zu informieren.
Ein zukunftssicheres Steuersystem
Die Entwicklungen der VAE im Bereich E-Invoicing unterstreichen einen breiteren Trend im GCC, wo Länder zunehmend digitale Lösungen einsetzen, um die Steuertransparenz zu erhöhen und die Compliance zu verbessern.
Durch die Einführung eines umfassenden E-Invoicing-Modells leisten die VAE Pionierarbeit beim Übergang zu einer modernen, papierlosen Wirtschaft und stärken gleichzeitig ihre Mehrwertsteuerverwaltung. Während sich das System weiterentwickelt, können sich Unternehmen in den VAE auf rationalisierte Prozesse und ein transparenteres Steuerumfeld freuen, das mit internationalen Best Practices übereinstimmt. Dieser proaktive Ansatz ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg der VAE zur digitalen Transformation und wirtschaftlichen Widerstandsfähigkeit.
Während die VAE in die nächste Phase ihrer Mehrwertsteuer-Transformation eintreten, spielt Unifiedpost eine instrumentale Rolle bei der digitalen Steuerrevolution des Landes. Mit Hilfe seiner fortschrittlichen Technologie und sicheren Systeme ist Unifiedpost in der Lage, einen rationalisierten Austausch von Mehrwertsteuerrechnungen zwischen Unternehmen, akkreditierten Dienstleistern (ASPs) und der Bundessteuerbehörde (FTA) zu ermöglichen. Dies gewährleistet Compliance, reduziert den Verwaltungsaufwand und unterstützt die Bemühungen der VAE, ein transparentes und effizientes Steuersystem zu schaffen, das an globalen Standards ausgerichtet ist.
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Danielle Kiener
Leitender Key Account Manager, Banqup Group
Danielle hat 15 Jahre Erfahrung im Kundenbeziehungsmanagement im Bereich Rechnungsstellung und Finanzverwaltung. Derzeit arbeitet sie in Genf und unterstützt globale Kunden bei der Banqup Group, indem sie multinationalen Unternehmen hilft, ihre Prozesse zu digitalisieren. Im Laufe der Jahre war sie eng in die digitale Transformation der Rechnungsstellung involviert, einschließlich der Leitung von E-Invoicing-Initiativen in den Regionen EMEA und Asien-Pazifik für ein großes multinationales Unternehmen. Dank ihrer umfangreichen Erfahrung ist sie stets auf dem neuesten Stand der aktuellen E-Invoicing-Vorschriften und Änderungen weltweit.





